Unglückliche Niederlage im Spitzenspiel der mA-Jugend

mA-OL:   SG Überruhr  –  TSV Kaldenkirchen        22 : 27   (12 : 13)

Zum richtungsweisenden Heimspiel der mA-Jugend trafen sich am vergangenen Samstag, dem 23.09., die beiden führenden Teams der HVN-Oberliga, die SG Überruhr und der TSV Kaldenkirchen, in der Sporthalle an der Klapperstr. um den verlustpunktfreien Tabellenführer zu bestimmen. Beide Mannschaften hatten ihre bisherigen Partien ohne Schaden überstanden und sahen dem Spitzenspiel vor ca. 90 Zuschauern gespannt entgegen. Schon beim Einspielen merkte man dem Gegner aus dem Niederrhein an, dass dieser nicht hergekommen war, um die Punkte an den Gastgeber abzutreten.

Dass es ein intensives und hartes Match werden würde, zeigte sich bereits in den ersten Spielminuten. Eine Verwarnung (TSVK) und eine Hinausstellung (SGÜ) waren der Lohn auf beiden Seiten für ein übereifriges Einsteigen bis zur 3. Minute. Hierbei konnte man aber schon den leichten Eindruck gewinnen, dass Kaldenkirchen besser mit der Drucksituation klar kam. Irgendwie bewegten sich die Niederrheiner leichtfüßiger als die Essener und waren ihren Gegenspielern in den ersten sieben Minuten häufig einen kleinen aber entscheidenden Schritt voraus. So kam man über ein 0:2 zu einem ernüchternden 1:5-Zwischenstand, der dem zahlreichen SGÜ-Anhang die Sorgenfalten auf der Stirn trieben. Doch wie so oft in den vergangenen Wochen konnte man sich auf die Moral unseres Teams verlassen, das nicht in Panik verfiel, sondern fokussiert die Aufholjagd mit Hilfe einer starken Abwehr startete und bis zur 13. Minute auf 4:5 herankam. Kompliment an den Gegner, der ebenfalls die Ruhe behielt und an seinem erfolgreichen Spiel festhielt. Im Gegensatz zum Vorwochenspiel gegen Uerdingen, wo viel Unvermögen auf beiden Seiten herrschte und der Zufall Pate für viele Aktionen stand, hatte man bei diesem Match stets den Eindruck, dass beide Mannschaften hochmotiviert und absolut entschlossen am Spielgeschehen mitwirkten. Dies führte dann natürlich auch dazu, dass gewisse Härten im Spiel aufkamen, die sich dann in der einen oder anderen Nickeligkeit auf beiden Seiten äußerte. Die Schiedsrichter, die bis hierhin eine klare Linie gefahren hatten, ließen das Spiel kurzfristig ein bisschen schleifen und sorgten mit dafür, dass sich die Spieler zunächst mehr umeinander als um  den Torerfolg kümmerten. Bis zur 20. Minute waren 5 Verwarnungen und 4 Hinausstellungen (3x SGÜ) verhängt worden. Dabei kassierte Florian Brombach früh seine zweite Strafe und musste sich ab jetzt sehr stark zurücknehmen. Auch der sonst so erfolgreiche Philipp Thomas lernte die Härte des Gegners kennen und rieb sich ein ums andere Mal an der nicht zimperlichen Abwehr der Niederrheiner auf, was langsam aber sicher eine gewisse Frustration auslöste. Den Zwischenstand zum 7:11 hatte man jetzt der aufgekommenen Unruhe und Unsicherheit im Team zu verdanken, die aus der mehrfachen Unterzahl und unglücklichen Zuspielen im Spielaufbau resultierten. Aber auch die Niederrheiner haderten mit so mancher Schiedsrichterentscheidung, verloren kurzzeitig den Überblick  und ermöglichten Jesko Hünselar (RA) drei blitzsaubere Tore in Folge zum 10:11 bis zur 25. Minute zu erzielen. Jetzt fingen sich beide Teams wieder, konzentrierten sich hauptsächlich darauf den Torerfolg ihres Gegenübers zu vereiteln, um dann gegen das hart aber fair zupackende gegnerische Abwehrbollwerk irgendwie zu bestehen. Wer gute Abwehrarbeit mit toll aufgelegten Torhütern sehen wollte, hatte in der 1. Halbzeit bis zum 12:13-Halbzeitstand, seine helle Freude.

Man war gespannt welche Marschrichtung Pascal Druschke, SGÜ-Verantwortlicher an diesem Spieltag, nach der Pause seinen Schützlingen mitgeben würde, denn es war nicht von der Hand zu weisen, dass es bei einigen Essener Akteuren vielleicht durch die eine oder andere Provokation stark „grummelte“. Zunächst ging es so weiter, wie man aufgehört hatte. Starke Abwehrleistungen verhinderten, dass sich ein Team absetzen konnte. So blieb es in einem nach wie vor intensiven Spiel bis zur 40. Minute beim Stand von 15:16 ziemlich ausgeglichen. Leider fingen unsere Jungs aufgrund fragwürdiger Entscheidungen wieder an mit dem Schiedsrichtergespann zu hadern und zu diskutieren, was sowieso fast nie von Erfolg gekrönt ist!  Entsprechend holte sich Florian seine Disqualifikation ab, in die sich sechs Minuten später Philipp einreihte und dem Team zwei wichtige Stammkräfte in der Abwehr kostete. So nutzte der TSV die erste Überzahl um einen Drei-Tore-Vorsprung zum 16:19 zu zementieren, um dann bei der zweiten Überzahlsituation auf 16:22 davonzuziehen. Die Hinausstellungen trafen unser Team zwar hart, aber die Mannschaft kompensierte den Malus durch Einsatzwillen und Laufbereitschaft. Der TSV zeigte aber seine Stärke durch das Ausnutzen des Momentums zwischen der 41. und 50. Minute, welches den Niederrheinern die nötige Sicherheit und Abgeklärtheit in den Aktionen zurückbrachte. Diese schafften es jetzt immer wieder unseren Angriffsmotor zum Stottern zu bringen und die Angriffsbemühungen in die Länge zu ziehen, so dass die Zeit gegen die Essener arbeitete. Die SGÜ kämpfte mit dem Mute der Verzweiflung bis zur letzten Minute um ran zu kommen, der TSV ließ sich aber nicht mehr die Butter vom Brot nehmen, verwaltete den 5-Tore-Vorsprung bis zum Schluss und gewann am Ende souverän ein intensives  hochklassiges Oberligamatch mit 22:27.

Zusammenfassend muss man zugestehen, dass der TSV dieses Spiel, so wie es gelaufen ist, verdient als Sieger verlassen hat. Es hätte aber auch anders kommen können… Beide Abwehrreihen arbeiteten vorbildlich, erlaubten dem Gegner selten ein Durchkommen und wenn ja, gab es noch die ausgezeichneten Torleute, bei uns Nils Waldrich. Vielleicht waren die Niederrheiner einen Tick kaltschnäuziger, dafür gaben die Essener nie auf. Ohne Matchstrafen wäre ein dann schwer erkämpftes Unentschieden möglich gewesen. Am Ende wurde das Spiel allerdings im Kopf entschieden. Sich ständig mit den Entscheidungen des Gespanns auseinanderzusetzen schadet der Konzentration, dem Teamgeist und endet selten in „Fruchtbarem“. Das es anders geht, zeigten die letzten 10 Minuten, wo die eingewechselten Überruhrer mit dem verbliebenen Stamm zwar nicht mehr zur Aufholjagd blasen konnten, aber den Rückstand nicht größer werden ließen. Die Manndeckung vom TSV-Ausnahmespieler, Nils Coenen (11x), durch Salomo Ortega-Sawal in den letzten 7 Minuten brachte den Spielfluss der Kaldenkirchener empfindlich aber zu spät durcheinander. Möglichkeiten für das Rückspiel gibt es also genug! Und vielleicht spielte der TSV am Samstag auf höchstem Niveau, so dass dieser die Leistung erstmal bestätigen muss. Wir natürlich auch..! Diese Niederlage sollte nicht lange nachwirken, denn es gab sehr viel Positives, was man für die zukünftigen Aufgaben mitnehmen kann. Die Zuschauer beider Seiten erlebten ein hochklassiges unterhaltsames und bis zur 40. Minute spannendes Match, welches beide Mannschaften erhobenen Hauptes verlassen durften. Gut gespielt Jungs, wir wollen hiervon mehr.., wenn man dabei noch siegreich ist, noch besser!

Es spielten: Nils Waldrich (TW), Max Heidrich (TW), Jesko Hünselar (5), Tom van der Heuvel (5/3), Salomo Ortega-Sawal (3), Ole Vetterlein (2), Fredrik Camp (2), Florian Brombach (2), Philipp Thomas (2), Torben-Bo Enigk (1), Henrik Nocke, Tom Schiffbauer, Jakob Oehrl  und Maximilian Gewehr

Bild: C. Simon

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