Überruhrs wichtigste Tugend ist der Kampf

Nach einer kämpferisch grandiosen und spielerisch durchwachsenen Leistung punktete die SGÜ am Samstag Abend vor heimischer Kulisse beim 21:21 gegen die favorisierte HG Remscheid.

Der Gast, gespickt mit Neuverpflichtungen aus höheren Ligen, kam bärenstark in die Begegnung und ließ in den ersten 15 Minuten keine Zweifel aufkommen, wer das Spiel klar in der Hand hat.
Zu diesem Zeitpunkt lag das Team um Coach Sebastian Vogel mit 1:7 im Hintertreffen.
Vogel analysierte die Begegnung nach Abpfiff: „Die Anfangsphase haben wir heute total verschlafen. Obwohl uns allen klar, dass wir heute nichts zu verlieren hatten, haben wir kopflos begonnen. Viele unvorbereitete Würfe und unkonzentrierte Aktionen haben es Remscheid leicht gemacht eine schnelle Führung zu erspielen“.
Nach einem Team-Time-Out und drei Wechseln kam vor allem über Lars Krüger und den starken Nikolai Gregory frischer Wind in den SGÜ-Angriff. In der 22. Minute egalisierten die Gastgeber zum 8:8, ehe sich auch Remscheid nur durch ein Time-Out zu helfen wusste.
„Mit zunehmender Dauer haben wir mehr Zugriff aufs Spiel bekommen und gerade in der Abwehr und dadurch auch mit Gegenstößen den Vorsprung langsam abgebaut. Die Schlussphase war ein wenig hektisch. Kein Team konnte einen kühlen Kopf bewahren. Somit empfinde ich das Remis als ziemlich gerecht“, so Vogel weiter.

Doch zu Beginn des 2. Durchgangs sah alles wieder wie in der ersten Halbzeit aus. Remscheid konnte sich schnell einen Drei-Tore-Vorsprung erspielen, ehe die SGÜ durch eine rote Karte gegen den Remscheider Deckungsspezialisten Jacek Krajnik wieder ins Spiel fand und sogar in der 51. Minute durch Pierre Sieberin mit 19:18 in Führung ging. Sieberin, der keinen guten Tag erwischte, attestierte der SGÜ einen starken Kampf: „Wir haben genau das gezeigt, was uns stark macht. Kampf, Leidenschaft, Emotion. So sind wir vor allem vor heimischem Publikum nur schwer zu schlagen“.

Nach dem erneuten Ausgleich der HGR gingen die Essener in einer nervösen Schlussphase durch Birkenstock mit 20:19 in Führung, ehe sich die Ereignisse überschlugen.
45 Sekunden vor Schluss, Remscheid hatte kurz zuvor das 20:20 erzielt, nahm Coach Vogel seine letzte Auszeit.
Überruhr drohte passives Spiel, Reinhardt schloss ab und verfehlte.
Im Gegenzug konnte Andre Niese acht Sekunden vor Schluss das 20:21 erzielen, doch die Essener gaben nicht auf, führten den Anwurf schnell aus, Kürten brachte den Ball auf Sieberin, der im Wurf gefoult wurde und so noch einmal einen Siebenmeter für sein Team bekam.
Im letzten SGÜ-Angriff verlor auch HGR-Spielmacher Dominik Voss die Nerven und wurde mit Rot vom Platz gestellt.
Krüger stand gegen den starken Gäste-Keeper Tobias Geske am Punkt und behielt die Nerven. Mit der Schlusssirene glichen die Gastgeber aus, am Ende steht nach einer hitzigen Partie ein leistungsgerechtes 21:21 auf der Anzeigetafel.

Für die SGÜ spielten:
Skolik, Ridder, Sieberin, D. – Gregory (6), Birkenstock (5), Sieberin, P. (4), Krüger (3), Koenemann (2), Kürten (1), Graef, Markowicz, Thomas, Reinhardt.

 

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