U23: Weiterhin ungeschlagen

Am letzten Samstag traf man im erwartet schweren Spiel auf die ebenfalls noch ungeschlagenen Damen des SC Bayer Uerdingen in der "heimischen" Margarethenhöhe. Zu ungewohnter Anwurfzeit mussten die Damen heute zeigen, dass man zurecht in der Spitzengruppe der Landesliga steht und auch gegen den Angstgegner Uerdingen (in den letzten Saisons konnte man hier keine Punkte holen) bestehen kann.

Um sich bereits vor dem Spiel entsprechend vorzubereiten und den Fokus setzen zu können, traf sich die Mannschaft vorab zum gemeinsamen Miracoli-Essen – ein tolles Zeichen für die mannschaftliche Geschlossenheit!

Nachdem man den Gegner nun seit mehreren Jahren kennt, war die taktische Marschroute klar: Den Rückraum immer wieder attackieren und den Gegner zu Abschlüssen über die Außenpositionen verleiten, gleichzeitig aber nicht die starken Außen des Gegners zu sehr ins Spiel kommen lassen.

Während zu Beginn der Partie der Rückraum weitesgehend entschärft werden konnte und man es tatsächlich schaffte ihn auf außen zu verleiten, fehlte hier oftmals die letzte Konsequenz, sodass Uerdingen besonders über die starke Jenny Frontzeck immer wieder zu einfachen Toren gelang. Im Angriffsspiel tat man sich phasenweise gegen den aktiven Mittelblock der Gäste schwer und vertendelte so einige Bälle direkt in die Arme des Gegners.

Nachdem man sich auf die Deckung der Gegner besser einstellen konnte und geschickt die aktive Deckung unterwanderte, kamen die Überruhrerinnen nun vermehrt zu Abschlüssen aus guten Positionen oder konnten den Kreis in zentraler Position in Szene setzen – wenngleich das nicht immer zum Tor führte, holte man zumindest so einige Strafwürfe und Strafen bei den Gegnern raus.

Dennoch und vor allem der Nervosität und der Anzahl technischer Fehler geschuldet, konnten sich die Gäste über 2:4 und 5:9 auf 9:15 absetzen. Als goldrichtig erwies sich das Timeout in der 25. Minute: Nachdem zuvor bereits Beccy Diester ins Spiel gekommen war und direkt mit einigen Paraden überzeugen konnte, fruchtete vor allem die Manndeckung auf Jenny Frontzeck, die bis dato bereits auf 3 Positionen gewirbelt hatte und in der Abwehr immer wieder Lücken erzeugte. Das Spiel der Uerdinger Damen wurde statischer und die entstehenden Chancen konnten durch Abwehr und Torwart entschärft und in 1. und 2. Welle in Tore umgemünzt werden, sodass die SG Überruhr von 9:15 auf 15:16 binnen 5 Minuten verkürzen konnte. Neben dem absoluten Willen das Spiel drehen zu wollen, hatten wir in dieser Phase auch ein lautstarkes Publikum und Fortuna auf unserer Seite.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in der sich keine der Mannschaften entscheidend absetzen konnten. Beide Mannschaften spielten solide ihre Angriffe durch und kamen immer wieder zu Abschlüssen, die Abwehrreihen standen kompakter. Dennoch konnte sich Uerdingen einen kleinen Vorsprung erspielen, sodass knapp 8 Minuten vor Ende ein 22:24 aus Überruhrer Sicht stand – doch auch hier zeigte die Mannschaft erneut Moral und kämpfte sich auf 24:24 heran.Überruhr setzte den Angriff offensiv unter Druck und konnte so technische Fehler beim Gegner erzwingen und den Ball 3 Minuten vor Ende ergattern – im Gegenzug verwandelte man den nächsten Angriff und ging in dieser aufregenden Schlussphase erstmalig in mit 25:24 in Führung.

Auch das Timeout der Gäste zeigte nur bedingt Wirkung – nachdem die Uerdinger im folgenden Angriff ausglichen und die Überruhrerinnen trotz Unterzahl nach einem Deckungsfehler und fälligem Strafwurf direkt wieder auf 26:25 erhöhen konnte, wurde im folgenden Angriff bei nur noch wenigen Sekunden Spielzeit der Ball durch den Gegner direkt und unhaltbar verwandelt. Leider blieb den Überruhrerinnen für den direkten Gegenangriff keine Zeit mehr, sodass man sich mit einem 26:26 Unentschieden trennte.

Auch wenn ein Sieg und 2 Punkte heute drin gewesen wären, kann und muss man diesen Punkt als Punktgewinn ansehen – hier darf man nicht vergessen, welchen großen personellen Umbruch die 3. Damen vor der Saison vollzogen und sich dennoch auf Augenhöhe mit einer seit Jahren eingespielten Mannschaft und einem der stärksten Gegner der Liga präsentiert hat. Auch die Comebackqualitäten gegen ein Team aus dem oberen Tabellendrittel – trotz deutlichen Rückstands – müssen hier besonders hervorgehoben werden!

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Spielfilm:
1:0, 2:2, 5:8, 9:15, 15:16; 15:17, 18:20, 20:20, 21:24, 25:24, 26:26

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Es spielten:
Brandtner (1.-21.), Diester (21.-60.), Malburg (10/5), Kohn (4), Erbay, Bley (je 3), Passlick, Eifert (je 2), Veutgen, Kortmann (je 1), Korbuss, Delsing, Landwehr, Schick

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