U23 verliert Spitzenspiel knapp

Der Start in das Handballjahr 2016 sollte für die U23 der SG Überruhr mit einem echten Knaller beginnen. Mit der Zweitvertretung der Fortuna Düsseldorf begab sich der Tabellenerste aus der Landeshauptstadt in die Klapperhalle, um dort auf den Tabellenzweiten aus Überruhr zu treffen.

Nachdem die U23 bereits mehrfach durch Eric Busch, der seit Saisonbeginn neuer Trainer der Gäste ist, gesichtet worden war, wollte man zwar an der grundlegenden Spielphilosophie festhalten, hatte aber in Angriff und Abwehr in der vorangegangenen Woche ein paar andere Schwerpunkte gelegt, um den Gegner in Verlegenheit zu bringen.

Von Anfang entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, in denen die Gastgeberinnen in den ersten zwanzig Minuten immer wieder durch schnelle Abschlüsse und erfolgreicher 1. und 2. Welle vorlegen konnten. Die Fortunen konnten regelmäßig in den gebundenen Angriff gebracht werden, aus dem die Gäste sich aber immer wieder erfolgreiche Lösungen erarbeiten konnten und vor allem durch die groß gewachsenen Rückraumspielerinnen zu überzeugen wussten. Während das Spiel der Gastgeberinnen bis dato vor allem von seiner Konsequenz gelebt hatte, so war es eben diese Konsequenz, die von der 20. Minute bis zum Halbzeitpfiff zu vermissen war: Zwar konnten sich die jungen Damen immer wieder Chancen generieren, scheiterten aber oft an der gut auflegten Torfrau der Gäste oder vergaben Bälle zu einfach.

In dieser Phase agierten die Gastgeberinnen teilweise kopflos und auch der Appell im obligarotischen Team-Timeout "nicht mehr klein-klein zu denken und auf allen Positionen wieder klarer zu arbeiten" zeigte keine Wirkung. Hinzu kamen zwei verworfene Strafwürfe, die es den Düsseldorferinnen ermöglichten von einem unentschieden (9:9, 21') auf eine Vier-Tore-Führung zur Halbzeit (10:14) davon zu ziehen.

Mit dem Start in die zweite Hälfte und der Gewissheit, dass noch alles drin sei, gingen die Überuhrerinnen couragiert zu Werke. Direkt konnte man den Abstand auf 11:14 verkürzen, sich aber im Anschluss nicht weiter herankämpfen (13:16; 14:17). Obwohl die Abwehr ihre Arbeit gut machte und immer wieder Fehler bei den Gästen provozierte, konnten die daraus resultierenden Ballgewinne nicht in Zählbares umgewandelt werden. Viele Fehler im Spielaufbau und verlorene Bälle brachten den Gegner immer wieder ins Spiel und erlaubten den Düsseldorferinnen einfache Tore. Gleichzeitig vergab man in dieser wichtigen Phase insgesamt fünf Strafwürfe, die eine Aufholjagd begünstigt hätten. Bedingt durch die technischen Fehler und die vergegeben Chancen konnten sich die Gäste so auf 14:20 absetzen.

Vorbei war hier aber noch nichts: Gegen Ende des Spiels agierten die Gastgeberinnen mit einer offensiven Deckungsvariante, die den Gegner wie erhofft vor Probleme im Spielaufbau stellte. Endlich wurden die eroberten Bälle nun konsequenter genutzt (wenngleich auch hier noch einige Bälle verloren gingen), sodass man sich von 14:20 bis auf 18:20 wieder heran kämpfen konnte.

Getragen von einem tollen Publikum vor Landesligarekordkulisse schien 2 Minuten vor Ende wieder alles offen zu sein, als die Gastgeberinnen erneut in Ballbesitz kamen und die Chance hatten auf 1 Tor Abstand zu verkürzen. Die Düsseldorferinnen, nun sichtlich nervös, ließen eine erneut aussichtsreiche Chance zu, die allerdings seitens der Überruhrerinnen nicht verwertet werden konnte, sodass die Gäste im Anschluss clever und routiniert die Uhr bis zum Schlusspfiff (18:20) herunter spielen konnten.

Ein Dank an dieser Stelle erneut an alle Besucher, die das Spiel zu einem echten Highlight der laufenden Saison gemacht haben. Die Kulisse war einem Topspiel mehr als angemessen und auch der gegnerische Trainer zollte der Superstimmung Respekt. Nun gilt es in den nächsten Wochen weiter hart zu arbeiten, sodass wir vielleicht am letzten Spieltag die Chance auf ein echtes Endspiel in Düsseldorf erhalten – dann natürlich mit noch mehr Unterstützung und Lautstärke.

Danke auch an Svenja Rautenberg, die sich "für den Fall der Fälle" bereit gehalten hatte.

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Spielfilm:
1:0, 3:3, 7:5, 9:10, 10:14; 11:14, 12:16, 13:17, 14:20, 18:20

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Es spielten:
Brandtner (1.-41.), Diester (42.-60.), Erbay (6/2), Kohn, Schmidt, Eifer, Schick (je 2), Kortmann, Bley, Veutgen, Landwehr (je 1), Delsing, Passlick

Korbuss, Weitzenbürger, Rautenberg (n.e.)

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