Trendwende erfolgreich eingeleitet!

mA-OL:   SG Überruhr – JSG DJK/TV Oppum   35 : 24   (15 : 11)

Mit großen Erwartungen wurde dem Heimspiel gegen den OL-Tabellendritten, die JSG Krefeld-Oppum, entgegengefiebert, denn der Aufwärtstrend mit zwei erfolgreichen Partien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte musste am letzten Samstag in der Klapperstr. erst einmal bestätigt werden. Vor einer ausgezeichneten und im weiteren Spielverlauf sehr engagierten Kulisse von ca. 100 Zuschauern wurde das Match pünktlich um 16:00 Uhr vom zunächst umsichtigen Schiedsrichtergespann angepfiffen.

Ohne großes Abtasten ging es dann auch ziemlich schnell auf beiden Seiten bis zur 1. Minute mit 1:2 los. Allerdings merkte man, dass sich die Abwehrreihen zunächst sortieren und auf den Gegner einstellen mussten. Dies gelang dann beiden Teams ziemlich schnell, so dass der jeweilige Angriff an Durchschlagskraft verlor. Bis zur 7. Minute neutralisierten sich beide Mannschaften ehe Tom van der Heuvel den Torreigen mit einem sehenswerten Angriff zum 2:2 eröffnete. Dann schlug es im 30-Sekundentakt bis zur 10. Minute zum Zwischenstand von 5:4 hüben wie drüben ein. Wieder wurde in der Abwehr nicht konsequent genug gedeckt und dem gegnerischen Angriff der Torerfolg einfach gemacht. Eine kurze Krefelder Schwächephase bis zur 12. Minute reichte jedoch aus, um den Grundstein mit 7:4 für den Heimerfolg zu legen. Denn der Drei-Tore-Vorsprung sollte im weiteren Spielverlauf nicht mehr unterschritten werden und den Essenern die nötige Sicherheit in allen Mannschaftsteilen zurückgeben. Allerdings kam jetzt urplötzlich unnötige Härte auf beiden Seiten auf, die die bislang souveränen Schiedsrichter erst gar nicht und dann ziemlich hart ahndeten. Da das Publikum, mehrheitlich Überruhrer, entsprechend Stimmung machten, übertrug sich die aufgeladene Atmosphäre mit fortschreitendem Spiel auf alle Feldprotagonisten. Nachdem mehrere Verwarnungen und Zweiminuten-Strafen auf beide Seiten verteilt wurden, erarbeiteten sich die Essener langsam aber sicher eine bequeme Vier-Tore-Führung, die im Halbzeitstand von 15:11 mündete. Wenn es etwas zu bemängeln gab, war es die schlechte Chancenverwertung unserer Jungs, die unter anderem am Ende insgesamt alle vier Siebenmeter verwarfen.

Der zweite Abschnitt fing wieder hektisch an. Das Schiedsrichtergespann sorgte wieder durch manchmal lasche und dann wieder harte Entscheidungen für Unruhe auf dem Feld, wobei man als unabhängiger Beobachter schon das eine oder andere Mal den Eindruck gewann, dass die Krefelder mehr „Kröten“ schlucken mussten. Dies wurde aber wohl durch die zum Teil ungestümen Protesten aus der Oppumer Bank verschuldet. Handball wurde auch gespielt! Und während sich die Krefelder mehr und mehr auf die Schiedsrichter einschossen, behielt das Gros unseres Teams die Ruhe und baute die Führung bis zur 40. Minute auf 22:15 aus. Bis hierhin hatte man den Eindruck gewonnen, dass die SGÜ dieses Match eigentlich im Griff hatte ohne überragend agieren zu müssen. Der Tabellendritte zeigte keine konstante Leistung, um unser Team ernsthaft in Gefahr zu bringen. Und dann kassierte der Gast in der 41. Minute für ein übereifriges Einsteigen gegen den freistehenden Philipp Thomas eine blaue Karte, was die Gästebank verständlicherweise komplett in Rage brachte. Eine Zweiminuten-Strafe hätte m.E. vollkommen ausgereicht, aber da die Stimmung bereits entsprechend aufgeheizt war, wollte das Gespann wohl ein Exempel statuieren. Damit war die Messe gelesen! Die Oppumer erholten sich von diesem Schlag nicht mehr und versuchten nur noch das Ergebnis erträglich zu gestalten. Die SGÜ-Akteure spielten jetzt frei von der Leber weg und suchten diszipliniert den erfolgreichen Abschluss ohne großartig zu glänzen. War aber auch nicht nötig, da man das Spiel im Griff hatte! So plätscherte das Spiel in den letzten 15 Minuten über ein 25:17-Zwischenstand zum souveränen und ungefährdeten Endstand von 35:24 dahin.

Es ist keine neue Erkenntnis, dass unsere Jungs gerade bei Heimspielen selten das Heft aus der Hand geben. Nach der anfänglichen Standortbestimmung startet man aus einer sicheren Deckung die Angriffsmaschine und die ist dann entscheidend (Trefferquote), ob das Team die nötige Sicherheit bekommt oder nicht, was aber bislang immer mit Kampfgeist kompensiert wurde, falls nötig. Der unbekannte Faktor ist, wie man mit strittigen Entscheidungen bzw. Provokationen umgeht. An diesem Tag hat es den Gast erwischt, der als erster die Fassung verlor. Wir erinnern uns aber an das Match gegen Kaldenkirchen.., da war es leider umgekehrt! Auch bei diesem Spiel stand der eine oder andere SGÜ-Akteur kurz vor einer völlig unnötigen Hinausstellung, was ein Bärendienst für die Mannschaft gewesen wäre. Schön war es, dass Pierre von der Bank aus für Ruhe im Team sorgte und bei Gefahr dem jeweiligen Akteur eine Spielpause gönnte. „Es fing etwas holprig an, aber mit fortlaufender Spielzeit hatte ich nie das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren würden. Die Jungs haben die besprochenen Vorgaben im Großen erfüllt und ich bin auf jeden Fall mit dem Ergebnis zufrieden!“, kommentierte Pierre das Match nach Spielende. Der Essener Anhang stellte positiv überrascht fest, dass das Betreuerteam allen Akteuren durch sichere Spielzeit, auch in kritischen Phasen, das Vertrauen aussprach. Für den Teamgeist Gold wert!

Es spielten: Max Heidrich (TW), Philipp Thomas (10), Torben-Bo Enigk (5), Tom van der Heuvel (5), Florian Brombach (4), Lukas Tholen (3), Henrik Nocke (2), Salomo Ortega-Sawal (2), Jonas Graef (2), Jakob Oehrl (1), Jesko Hünselar (1), Tom Schiffbauer, Manuel Rademacher und Ole Vetterlein

Bilder: Carsten Thomas                                      (Fotoalbum SGÜ – Oppum)

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