Tim Birkenstock muss aktive Laufbahn beenden

Das 27-jährige Handball-Urgestein der SG Überruhr hängt die Handballschuhe an den Nagel. Tim war 23 Jahre als Handballer bei der SG Überruhr aktiv und hielt dem Verein stets die Treue. Jeder, der in Überruhr aktiv ist oder war, kennt ihn und weiß Tim zu schätzen. Neben seinen 23 Jahren als Spieler war er auch mehrere Saisons als Jugendtrainer aktiv. Er begleitete Mannschaftsfahrten, coachte Kinder und begeisterte sie für den Handballsport.  Tim wurde am 18.11.1989 geboren und ist seit 1993 Mitglied der SG Überruhr. Der 174 cm große Kreisläufer erlitt im Spiel gegen die MTV Rheinwacht Dinslaken erneut eine schwere Verletzung.

Warum er aufhören muss, wie er damit umgeht und was er sich für die Mannschaft wünscht, erzählt Tim in einem emotionalen Interview.

 

Wie kam es zu dem Entschluss, mit dem Handballsport aufzuhören?

Der Entschluss kam aufgrund des erneuten Bandscheibenvorfalls zustande. Es war jetzt mein dritter innerhalb von 9 Jahren. Irgendwann sagt der Körper, dass es an der Zeit ist an die Zukunft zu denken. Nicht zuletzt der Arzt hat mir dazu geraten, die aktive Laufbahn zu beenden. Nach so vielen schweren Verletzungen (Mittelhandbruch, Kreuzbandriss, Bänderrisse) immer wieder zurückzukehren ist unglaublich kraftraubend. Da ist nun eine Grenze erreicht worden.

Nach 23 Jahren als aktiver Spieler der SG Überruhr geht für dich ein großer Abschnitt deines Lebens zu Ende. Inwiefern wirst bzw. kannst du die SGÜ auch in Zukunft unterstützen?

Ich werde, solange es die Arbeit zulässt, bei jedem Spiel der 1. Herren dabei sein. Der Vorstand kam schon auf mich zu, aber ich möchte erst einmal Abstand gewinnen und mir in den nächsten Monaten dazu Gedanken machen.

(zwinkernd) Außerdem bin ich immer noch Strafenwart der 1. Mannschaft.

Wie verfolgst du die Rückrunde deiner Mannschaft?

Ich werde mit voller Unterstützung als Fan, Ratgeber oder wie auch immer 100 Prozent hinter der Mannschaft und dem Trainer stehen.

Was waren für dich die schönsten Momente in deiner Karriere?

Meine Zeit in der Jugend gehört sicherlich dazu. Unter Gerd Lepper spielten wir sechs Jahre am Stück in der Oberliga des HVN, zudem war ich für die WHV-Auswahl am Ball. Dazu zählt auch für mich persönlich der direkte Sprung aus der Jugend in die 1. Herren und die Aufstiege 2011 und 2014 in die Verbandsliga und 2016 in die Oberliga.

Außerdem gibt es bei uns im Verein bei jeder Veranstaltung schöne Momente, die einfach die Besonderheit der SGÜ ausmacht.

Welche negativen Momente bleiben in Erinnerung?

Meine vielen Verletzungen und die Abstiege in die Landesliga. Zum Glück fällt mir nicht mehr ein.

Gab es jemals Wechselabsichten oder schon früher den Gedanken ans Aufhören?

Im Jugendbereich gab es Angebote von Regionalliga-Teams, aber damit habe ich mich nie ernsthaft auseinander gesetzt. Ich habe hier in Überruhr meine Familie und meine Freunde, mit denen ich zusammen spielen durfte.

Natürlich würde ich gerne wissen, wo ich jetzt stehen würde, wenn ich gewechselt wäre, aber ich kann auf 23 tolle Jahre als aktiver Spieler bei der SGÜ zurückblicken. Der Verein hat mich immer unterstützt, dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

Es ist nicht einfach, mit 27 Jahren mit dem leistungsbezogenen Sport aufzuhören. Wie gehst du damit um und wer unterstützt dich dabei?

Erstmal muss ich das Ganze mit mir selbst vereinbaren. Es ist schwierig zuzugucken und zu wissen, dass man der Mannschaft nicht mehr aktiv helfen kann. Zum Glück erfahre ich unglaublich große Unterstützung von meiner Freundin, meiner Familie, dem Verein und nicht zuletzt der Mannschaft.

Möchtest du abschließend noch etwas sagen?

Sportlich wünsche ich der 1. Herren natürlich den Klassenerhalt. Darüber hinaus hoffe ich, dass sich die Erste sportlich weiterentwickelt und eine gestandene Oberliga-Mannschaft wird. Ich hoffe, dass das Vereinsleben so wie es ist weiterhin bestehen bleibt. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man es genießen kann, in solch einem Verein zu spielen. Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei allen Zuschauern und Unterstützern der SGÜ bedanken, die nicht nur hinter mir, sondern auch hinter der Mannschaft stehen, egal was ist.

Danke für das Interview, und alles Gute für die Zukunft!

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