#sgügoesinternational – Lundaspelen 2016

Schon seit Wochen freuten wir uns auf den 26.12.2016. Abfahrtstermin in Richtung Lund, Schweden. Zum größten Jugend-Hallen-Handballturnier der Welt. Zum Zeitpunkt der ersten Planungen war das noch ganz schön weit weg, doch je mehr Türchen man an seinem Adventskalender öffnete, desto näher kam es. In der Woche vor Weihnachten trainierten wir nochmal fleißig, nicht um vor Weihnachten noch schnell ein paar Kalorien zu verbrennen (obwohl das natürlich ein netter Nebeneffekt war), sondern um uns auf die skandinavischen Ballverhältnisse einzustellen. Also haben wir die Bälle, unserer Meinung nach, ordentlich vollgeharzt. Noch ahnten wir nicht wie viel Klebe ein Handball tatsächlich ertragen kann…

26.12.2016

8:30: Treffpunkt Klapperstraße
Nun war es soweit, am 2. Weihnachtsfeiertag trafen wir uns an unserer Halle um uns auf die 10 stündige Reise Richtung Norden zu begeben. Um die 16 Leute zu transportieren hatten wir 2 PKW’s und einen Bus (ein großes Dankeschön nochmal an Jörg, dass du uns dein Heiligtum überlassen hast!) zur Verfügung. Die anfänglichen Bedenken bezüglich des Gepäcks legten sich schnell, denn es passten wirklich alle Taschen die mit sollten auch in die Autos. Nach 20 Minuten Packzeit und dem obligatorischen Abfahrts-Selfie ging es es endlich los.

19:00: Ankunft in Lund
Wir schafften es noch pünktlich zu großen Eröffnungszeremonie in der Haupthalle „Sparbanken Skåne Arena“.

Allein der Vorraum der Halle erinnerte mehr an ein Foyer eines Kinos als an eine Sporthalle. Direkt mit in dem Komplex befand sich eine Eishalle und eine weitere vollwertige Halle. Jana (auch hier nochmal ein riesiges Dankeschön, dass du mitgefahren bist. Es war ein Riesenspaß mit dir!) ist etwas eher angekommen und hatte alles organisatorische bereits geregelt. Dann begaben wir uns in die Halle. Es begann mit Livemusik, ein paar Ansprachen, danach folgten zwei Tanzacts und viel Musik. Der Hauptpunkt war der Einlauf der Nationalitäten. Wir waren schon etwas erstaunt als zum Beispiel Hong-Kong oder Israel aufgerufen wurden. Ist ja schon ein ganz schönes Stück bis Schweden.
Als die Feier vorbei war mussten wir natürlich etwas essen. Wir entschieden uns für die beste und gesündeste Sportlernahrung überhaupt – Mc Donald’s. Im ersten Moment hat man sich ganz schön erschrocken, denn wenn ein Mc Menü 76 Kronen kostet musste man schon zweimal hingucken. Aber dank Paulas Umrechnungstabelle konnten wir schlussendlich ruhigen Gewissens uns den Bauch vollschlagen.
Angekommen an unserer Unterkunft hatten ein paar Fleißige bereits unser Klassen-zimmer wohntauglich umgebaut. Und bis auf das ein oder andere kleine Luftmatratzenproblem ging der erste Tag in Ruhe zu Ende.

27.12.2016

Da das Frühstück nur bis 9:00 angeboten wurde mussten wir wohl oder übel schon früh raus. Der Spielplan meinte es am ersten Tag gut mit uns, denn Anpfiff war erst um 17:38. Wir machten uns nach dem Frühstück auf den Weg zu den Idrottshallen, wo wir später auch spielten, um uns die Elitemannschaften anzusehen. Als die da so auf dem Platz standen wirkte das Feld ganz schön klein, das sollte bei uns schon etwas anders aussehen. Vor dem ersten Spiel hatten wir nur 3 Minuten auf der Platte um den Torhüter halbwegs warm zu werfen, bedeutete: laufen, passen und dehnen in den Gängen. Unser erstes Spiel bestritten wir gegen Lund 1. Ergebnis am Ende 10-22 für Lund. Die schwedische Mannschaft spielte einfach schneller und sicherer. Die technische Ausbildung da oben im Norden ist schon beeindruckend und so waren wir nicht sonderlich enttäuscht über das Ergebnis. Wir kamen mit dem Ball einigermaßen gut zurecht, aber es ist schon etwas ganz anderes, als wenn wir einen Ball harzen. Wir waren mit unserer Leistung zufrieden. Unser zweites Spiel an diesem Tag spielten wir gegen IK Sävehof 3. Man könnte meinen die dritte Mannschaft könnte schlagbar sein, aber falsch gedacht. Auch diese Truppe kommt aus Schweden und die Erste musste sich im Finale der Elite nur einer Dänischen Mannschaft geschlagen ge-ben. Wir verloren 10-23. Das Ergebnis hätte milder ausfallen können, denn schon wie im ersten Spiel hatten wir viel Pech mit Latte und Pfosten. Auch hatten wir in diesem Spiel mehr Probleme mit dem Harz, denn Sävehof packte noch mehr an den Ball als zuvor Lund.
Dennoch waren wir mit unserem ersten Spieltag sehr zufrieden, denn trotz unserer Unterlegenheit in Bezug auf Athletik und Körperbau gelangen uns immer wieder gute Aktionen.

28.12.2016

Zweiter Spieltag. Anpfiff 8:00 in der Sparbanken Skåne Arena B. Gegner: Furesø Håndbold, Dänen. Wir hatten die Mannschaft vorher schon beobachten können und wussten worauf wir achten müssen. Trotz des frühen Morgen entwickelte sich ein spannendes Spiel und bis dato konnten wir unsere beste Turnierleistung abrufen. Am Ende reichte es leider nicht, wir unterlagen knapp mit 9-11. Doch mit dieser Einstellung und der Entwicklung im Turnierverlauf wollten wir das letzte Spiel der Gruppenphase unbedingt gewinnen. Es ging gegen die deutsche Mannschaft MTG Wagen. Ligatechnisch spielten sie über uns, trotzdem wollten wir nicht als letzter in die B Playoffs einziehen. Durch Kampf und Wille gelang uns ein Start-Ziel Sieg. 11-8 stand am Ende auf der Anzeigetafel.
Da die Spiele so früh waren fuhren wir zur ca. 20 Minuten entfernten Stadt Malmö. Als die anfänglichen Parkproblem gelöst waren schauten wir uns ein wenig die Stadt an. Nach einer Weile teilten wir uns in „Stadrundgänger“ und „Shopper“ auf. Wir vereinbarten einen Treffpunkt und zogen getrennt weiter. Anschließend fuhren wir wieder alle zusammen in ein riesiges Einkaufszentrum, ähnlich wie unser Limbecker Platz, nur ungefähr 4-mal so groß. Wir hielten uns noch ein wenig dort, stoppten ein wenig, schauten uns die vielen Läden an und traten später dann wieder den Heimweg an.

29.12.2016

Beginn Playoffs B. Spielort: Eslövshallen. Die Spielstätte lag etwas außerhalb von Lund. Auf dem Weg sahen wir Wiesen, Felder und Ackerland ohne Ende. Doch was dann für eine Halle vor uns lag… schon ziemlich beeindruckend. Alleine das innere der Halle machte einem Lust auf Handball.

Erstes Playoffspiel ging gegen die deutsche Mannschaft SV Warnemünde 2. Endergebnis 18-8 für Überruhr. Doch somit wussten wir auch wer unser nächster Gegner sein wird. IFK Kristianstad 1. Letzter aus der Elitegruppe. Wir hatten nichts zu verlieren wussten jedoch auch, dass es unsere beste Turnierleistung erfordern würde um den Hauch einer Chance zu bewahren ins Halbfinale einzuziehen. Und wir konnten diese tatsächlich abrufen. Wir hatten die dänische Mannschaft schon vorher spielen sehen und wussten, dass sich keiner von uns erlauben darf langsam zurück zu laufen. Wir kämpften hinten bis zum Umfallen und brachten unsere beste Abwehrleistung des Turniers auf die Platte. Vorne war es extrem schwierig, denn die Abwehrreihen des Gegners ließen ähnlich wenig zu wie unsere. Kristianstad führte zwischenzeitlich mit 4 Toren, doch das ist im Handball kein Grund den Kopf hängen zu lassen. Über 6-2 und 6-3 kämpften wir uns bis an 8-7 heran, lagen dann wieder mit 2 hinten, konnten nochmal auf 10-9 verkürzen, doch die individuelle Klasse der Däninnen machte am Ende den kleinen aber entscheidenen Unterschied. Im ersten Moment waren wir natürlich enttäuscht, doch dann überwog die Freude darüber, wie gut wir uns auf internationalem Boden präsentiert haben. Der spätere Sieger des Playoffs B war Furesø, gegen die wir uns auch nur knapp geschlagen geben mussten.
Wir ließen den Abend bei ein paar lustigen Spielchen wie Activity und Lippenlesen, sowie eine kleine Runde Flunkyball ausklingen.

30.12.2016

Heimreise. Wir frühstückten nochmal alle zusammen in der Schule, packten unsere Sachen, räumten unseren Raum auf und dann ging es auch schon los. Nach ein paar lieben Worten, kleinen Gesten für unsere Trainer und für Jana, begaben wir uns (nach dem obligatorischen Abfahrts-Selfie) auf die Rückreise.

Es war für uns ein wunderschönes Erlebnis bei diesem großen und internationalen Turnier dabei gewesen zu sein. Sich mit deutlich besseren Teams messen zu können hat unseren Erfahrungsschatz erweitert und wir konnten unglaublich viel mitnehmen. Wir können allen Teams nur empfehlen mal dorthin zu fahren, obwohl es mehr kostet als Turniere in der Nähe. Aber man erlebt 5 Tage Schweden, hat die Möglichkeit eines internationalen Leistungsvergleichs und eine tolle Einstimmung auf die noch verbleibenden Spiele der Saison.
Wir hoffen, dass uns dadurch die schwierigen Aufgaben, die diese Saison noch auf uns warten zu unseren Gunsten entscheiden können.

Eure weibliche A Jugend (von Amelie Polutta)

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