OL-Vizemeisterschaft rückt näher!

mA-OL:    SG Überruhr   –  TV Haan         27 : 23   (18 : 12)

Am letzten Samstag mussten unsere Jungs gegen den TV Haan, zu diesem Zeitpunkt OL-Dritter, im Spitzenspiel der HVN-Oberliga an der SH „Klapperstr.“ ihren zweiten Tabellenplatz behaupten. Bei der Nordrheinliga-Qualifikation verpassten uns die Haaner eine bittere Niederlage, die das frühe Ausscheiden aus der Qualifikation nach sich zog. Dafür revanchierten wir uns im OL-Hinspiel mit einem deutlichen Sieg gegen eine völlig indisponierte Haaner Mannschaft, die uns wohl völlig unterschätzt hatte. Dementsprechend sah man den Hildenern beim Einspielen an, dass sie sich für das Rückspiel einiges vor ca. 90 Zuschauern, überwiegend Essener, vorgenommen hatten und nicht gewillt waren, die Punkte herzugeben.

Diesmal agierten beide Angriffsreihen von Anfang an voll fokussiert und erlaubten der gegnerischen Abwehr fast keinen Zugriff. Schnell stand es 2:2 (3.) und aufgrund des schnellen Haaner Passspiels ereilte uns früh eine unnötige Strafe, die unseren Jungs ein Zwei-Tore-Rückstand bis zur 6. Minute (2:4) einbrachte. Nachdem die SGÜ wieder vollzählig war, änderte Pascal Druschke, Team-Verantwortlicher an diesem Spieltag, die Abwehrstrategie von 6:0 auf eine 5:1-Deckung, um den schnellen Aufbau des Gegners zu stören. Diese Massnahme zeigte Wirkung, denn der Haaner Spielfluss geriet ins Stocken und unser Team konnte sich langsam aber sicher aus der Hildener Umklammerung befreien. Allerdings wurde es mit zunehmender Spielzeit sehr schwer, einen erfolgreichen Angriff abzusetzen, da die Haaner Abwehr inklusive Torwart auf einmal sehr einfallsreich und quirlig agierte. Bis zur 9. Minute (4:6) standen sich beide Teams in nichts nach und der SGÜ-Anhang fragte sich so langsam, welches Team als Erstes Schwächen offenbaren würde. Mit fortlaufender Spieldauer wurde die SGÜ-Abwehr immer stärker und der Gegner zu einer frühen Auszeit gezwungen, da er über sieben Minuten kein Tor erzielen konnte. Dafür erspielten sich die Essener eine 7:6-Führung (16.), die zunächst für die nötige Sicherheit auf der SGÜ-Seite sorgte. Eine anschliessende Haaner Auszeit unterbrach unseren Lauf und jetzt fand das erwartet aufreibende Spiel statt, welches keine Mannschaft in der Folgezeit für sich entscheiden konnte. Bis zur 24. Minute schenkten sich beide Teams nichts und kamen über ein 9:9 (19.) nur zu einer fragilen 13:11-Führung für die Essener. Jetzt sah sich Pascal gezwungen ein bisschen Ordnung in den SGÜ-Angriff einzupflegen und nahm seine erste Auszeit. Diese Massnahme war Gold wert, denn auf einmal fluppte es überall! Die Haaner erzielten nur noch ein Tor gegen eine stetig aggressivere Abwehr und unser Angriff traf auf einmal nach Belieben, so dass das A-Team mit einer souveränen 18:12-Führung in die Halbzeitpause gehen konnte.

Nach dieser Vorstellung war man sich auf der Tribüne sicher, dass der Sieg unter Dach und Fach war und nur noch die Höhe des Ergebnisses offen war, doch oh Graus vor dem was kam..! Respekt gebührt dem TV Haan, der entschlossen aus der Kabine kam und willens war, jede sich noch bietende Chance beim Schopf zu packen. Entgeisternd dafür der Auftritt der Essener. Als ob alle SGÜ-Spieler der Meinung waren, dass dieses Spiel ein Selbstläufer geworden sei, agierte man apathisch und schaute dem entschlossenen Gegner zu, wie dieser Tor um Tor näher kam. Kein SGÜ-Akteur erreichte in dieser Phase Normalform (Kreisliganiveau wäre wohl passender gewesen) und Pascal sah sich gezwungen die Reissleine in der 38. Minute beim Stand von 19:18 (!) mit einer Auszeit zu ziehen. Der SGÜ-Anhang war angesichts der bislang desolaten Leistung in der zweiten Hälfte mehr als entgeistert. Die Hildener strotzten nur so vor Selbstvertrauen und die Essener verstanden die Welt nicht mehr. Wie konnte das Spiel so kippen? Zu diesem Zeitpunkt musste man das Spiel eigentlich abhaken, aber es gab ja noch diese SGÜ-Tugend, die selbst in der schmerzlichsten und hoffnungslosesten Stunde ausgepackt wird, den Kampfgeist! Diese Auszeit bewirkte auf jeden Fall eine Stabilisierung der völlig indisponierten Abwehr. Man kehrte zurück auf eine 6:0-Deckung und Nils konnte sich im Tor mit Hilfe seiner Abwehr erheblich besser auf den Angriffssturm des TVH einstellen. Jetzt neutralisierten sich beide Mannschaften bis zur 42. Minute (20:19) wieder, als eine Strafe gegen den TVH ausgesprochen wurde. Diese nutzte das A-Team bis zur 45. Minute  zu einer 22:19-Führung, doch Sicherheit kehrte zumindest im Angriff leider nicht ein. Hervorheben muss man aber die Abwehrarbeit beider Teams, die es dem gegnerischen Angriff bis zum Schlusspfiff immer schwer machten erfolgreich zum Abschluss zu kommen und die Spielzüge gewaltig in die Länge zogen. Der Schiedsrichter war an diesem Tag sehr großzügig und ließ das  angreifende Team sehr lange gewähren. Dadurch war das Team, das Ballbesitz hatte, klar im Vorteil, da es zum Ende des Spiels Kontrolle über die Uhr erlangte. Bis zur 50. Minute (23:20) waren beide Abwehrreihen Herr der Lage und die Haaner erkannten schnell, dass ihnen die Zeit davonlief. Noch einmal nahm der TVH eine Auszeit, um alles auf eine Karte zu setzen, doch jetzt zeigte sich die Abgebrühtheit unserer Jungs. die zwar nicht souverän, aber doch ziemlich kaltschnäuzig (der Schiedsrichter ließ ja lange Spielzüge zu) ihre Angriffsbemühungen in die Länge zogen und dabei noch erfolgreich zum Abschluss kamen. In der 58. Minute verkürzten die Hildener noch auf 25:23, kassierten aber anschliessend eine Strafe und ergaben sich aufgrund des langfristigen SGÜ-Ballbesitzes in ihr Schicksal. Der Endstand von 27:23 ist mit Sicherheit um zwei Tore zu hoch, da der TV Haan eine offene Manndeckung in Unterzahl versuchte und ohne Strafe den Zwei-Tore-Abstand sicherlich gehalten hätte.

Wenn nicht Minute 30. bis 38. gewesen wäre, würde man über eine vernünftige Vorstellung sprechen, egal ob das Spiel gewonnen oder verloren worden wäre. Was aber in diesen neun Minuten von unseren Jungs geboten wurde, hat nichts mit Oberliga zu tun! Hier gilt es schnell ein Machtwort (Trainer, Kapitän, Führungsspieler) zu sprechen, um das Team aufzurütteln! Umso erfreulicher die Leistung danach, die eine nicht mehr für möglich geglaubte Stabilisierung aller Mannschaftsteile mit sich brachte. Gehen wir einfach davon aus, dass das Team nach der erfolgreichen ersten Hälfte das Match in der Tasche wähnte und unerklärlicherweise fünf Gänge zurücknahm. Jungs, ihr spielt Oberliga und nicht Kreisliga! So einfach kann man den Gegner ins Spiel zurückbringen und den sicheren Sieg noch aus der Hand geben. Aber ihr habt es zurückgeholt… Chapeau zumidest für diese Leistung! Pascal entgegnete erleichtert nach dem Spiel: „Am Anfang haben wir uns schwer gegen den ballsicheren Gegner getan. Die Umstellung auf 5:1 trug aber schnell Früchte und eigentlich hatten wir die Haaner dann im Griff. Was im Kopf des Teams nach der Pause passierte.., keine Ahnung! Die Rückumstellung auf 6:0 hat uns aber geholfen wieder Fuß zu fassen und somit konnten wir erfolgreich, aus einer sicheren Abwehr heraus, das Spiel bis zum Schluss einigermaßen bestimmen. Alles in allem, ein glücklicher Sieg!“ Eine treffende Analyse. Damit wurde der erste Konkurrent um die Vizemeisterschaft aus dem Rennen geworfen, doch der nächste wartet schon auf uns. Die DJK Krefeld-Oppum (5.) hat noch eine Rechnung mit uns offen und möchte diese an diesem Samstag um 15:00 Uhr in der Sporthalle „Scharfstr.“ begleichen. Ein schweres Auswärtsspiel, welches aber mit einer 60-minütigen konzentrierten Leistung mit Sicherheit erfolgreich gestaltet werden kann. Viel Erfolg A-Team!

Es spielten für die SGÜ: Rene Seifert (TW), Nils Waldrich (TW), Philipp Thomas (8/2), Bastian Brill (5), Salomo Ortega-Sawal (4), Torben-Bo Enigk (4), Tom van der Heuvel (3), Jonas Graef (2), Henrik Nocke (1), Florian Brombach, Luca Felter, Ole Vetterlein, Maximilian Gewehr und Manuel Rademacher

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