Oberligazweiter nach souveräner Vorstellung

mA-OL:   SG Überruhr   –  Bayer Uerdingen II        39 : 21   (20 : 10)

Nach dem mühsamen Sieg in der Hinrunde gegen den Tabellenvorletzten aus Krefeld war im Heimspiel am vergangenen Sonntag an der Klapperstraße Wiedergutmachung angesagt. Vor einer sehr ansprechenden Kulisse von ca. 80 Zuschauern waren sich unsere Jungs bewusst, dass bei einem Sieg der zweite Tabellenplatz in der HVN-Oberliga winkte. Bloß nicht wieder „Trollen“ und den Gegner stark machen, lautete die Devise, um das erste Rückrundenheimspiel erfolgreich zu gestalten.

Also ging man das Match von der ersten Minute sehr selbstbewusst an, um dem Gegner schnell seine Grenzen aufzuzeigen. Dies gelang bis zur 3. Minute in der Abwehr mit einem Gegentor ganz gut, im Angriff allerdings kam man zunächst beim Stand von 1:1 nur langsam in die Gänge. Dies sollte sich aber bis zur 8. Minute ändern, indem man aus einer sicheren Abwehr mit einem gut aufgelegten Nils Waldrich im Tor ein Angriffszug nach dem anderen sehr effizient zu einer 6:2-Führung erfolgreich gestalten konnte und die Krefelder zu einer frühen Auszeit zwang. Pierre Sieberin, Trainer des A-Teams, hatte wohl der Mannschaft die klare Vorgabe gegeben, den Gegner so ernst zu nehmen als würde man gegen den Oberligaprimus spielen. Die SGÜ setzte dies entsprechend um und ließ dem Werksteam keine Zeit zum Atem holen. Vielmehr wurde der Druck bis zur 17. Minute beim Stand von 13:4 konstant hoch gehalten, so dass die Uerdinger früh resignierten und sich sehnlichst den Halbzeitpfiff  herbeiwünschten. Gerade mit der resoluten aber nicht unfairen Abwehrarbeit seitens der SGÜ kam der Gegner nicht klar und wurde so zum ungenauen Spielaufbau bzw. Torabschluss gezwungen. So ab der 23. Minute (18:5) ließ die Konzentration bei den Essenern nach und die druckvolle Umklammerung, die man den Rheinländern aufgezwungen hatte, wurde merklich gelockert. Auch durch zahlreiche Wechsel bedingt ging der Spielfluss etwas abhanden ohne die Kontrolle über das Spiel zu verlieren, um mit 20:10 in die Halbzeit zu gehen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte änderte sich am Spielverlauf nicht sehr viel. Die Essener kontrollierten aus einer guten Deckung heraus weiterhin das Spiel ohne aber jetzt auf Vollgas im Angriff zu gehen. Dafür freuten sich die Krefelder darüber, dass sie nicht nochmals überrollt wurden, sondern angemessen mitspielen konnten. Bis zur 40. Minute erarbeitete sich unser Team eine 27:13-Führung, sah aber aufgrund des bisherigen Spielverlaufes nicht die Notwendigkeit noch einen Zahn zuzulegen. Erst als das Werksteam langsam aber stetig den Rückstand verkürzte und in der 45. Minute bis auf 30:18 herankam, rafften sich die Überruhrer dazu auf, den Vorsprung wieder etwas zu vergrößern, um in der 50. Minute eine 34:19-Führung zu etablieren. In den letzten zehn Minuten ließ die SGÜ nichts mehr anbrennen und verwaltete den Sieg souverän zum 39:21-Endstand. Lediglich eine völlig unnötige blaue Karte gegen Lukas Tholen in der letzten Sekunde, der sich von seinem Gegenspieler (rote Karte) zu einer Tätlichkeit verleiten ließ, trübte die Freude über eine überzeugende Vorstellung unseres Teams.

Wie gegen Dümpten bleibt festzuhalten, dass der Tabellenvorletzte aus Krefeld kein Maßstab für die kommenden Aufgaben war. Die Abwehr wurde selten herausgefordert und der Angriff, zunächst zielstrebig und erfolgreich, wurde mit fortlaufender Spieldauer etwas fahriger und erlaubte sich dann die eine oder andere Auszeit. Die konsequente und robuste Abwehrarbeit bis zum Ende der ersten Hälfte, die den Gegner stets vor kaum lösbaren Aufgaben stellte, war allerdings schon bemerkenswert und zielte wohl schon auf das kommende Spitzenspiel beim verlustpunktfreien Tabellenführer aus Kaldenkirchen ab. Diese Leistung muss dann aber über sechzig Minuten gegen einen abgebrühten Kontrahenten geleistet werden, der nicht nur mit den Brüdern, Nils und Mathis Coenen, die Torfabrik der Liga hat, sondern auch ein unglaublich homogenes Team zusammenstellt. Zusammenfassend stellte Pierre fest: „Ich bin mit der gezeigten Leistung bis zum Ende der ersten Hälfte sehr zufrieden. Die Abwehr zeigte Dominanz und die Angriffsaktionen waren klar und durchdacht. Dass bei dem Spielstand die Konzentration nachlässt, ist verständlich und sollte nicht zu sehr kritisiert werden. Schließlich hatten wir das Spiel zu jeder Zeit im Griff. Sollten wir die Leistung aus der ersten Hälfte dauerhaft in Kaldenkirchen abrufen können, bin ich mir sicher, dass wir mindestens ein Punkt mitnehmen können… und wenn wir schon dabei sind, eigentlich wollen wir einen Sieg mit nach Hause nehmen.“ Eine klare Kampfansage! Trotzdem darf nicht vergessen werden, dass der TSV nicht umsonst ohne Punktverlust an der Tabellenspitze steht und als Gastgeber immer mindestens mit sieben Toren Unterschied gewonnen hat. Wer sich aber an das Hinspiel erinnert, weiß, dass bis zur 40. Minute zwei überragende Abwehrreihen für ein ausgeglichenes Spiel sorgten und man aus dieser Tatsache durchaus Hoffnung für die schwere Auswärtshürde schöpfen kann. Erst als die durch Disziplinlosigkeit unnötig erteilten Zeitstrafen unser Team dezimierten, die dann auch noch in zwei rote Karten gegen Philipp und Florian mündeten, wurde das Spiel gegen einen abgezockten Gegner verloren. Dies gilt es auf jeden Fall zu vermeiden! Keine Provokationen zulassen, hart aber fair in der Abwehr agieren, um dann im Angriff mit dem nötigen Quäntchen Glück den erfolgreichen Abschluss zu suchen. Dass eine Manndeckung gegen den Kaldenkirchener Leistungsträger erfolgreich sein kann, wurde von Salomo ebenfalls unter Beweis gestellt. Wer es also schafft, am kommenden Samstag, dem 27.01.18 um 15:00 Uhr, den Weg nach Nettetal in die Sportanlage an der Ravensstraße zu finden, wird sein Kommen mit Sicherheit nicht bereuen. Immerhin reisen wir als Tabellenzweiter zum Spitzenreiter und haben eigentlich nichts zu verlieren. Viel Erfolg A-Team!

Es spielten für die SGÜ: Nils Waldrich (TW), Maximilian Heidrich (TW), Philipp Thomas (12/1), Salomo Ortega-Sawal (10), Tom van der Heuvel (4), Lukas Tholen (3), Torben-Bo Enigk (3), Florian Brombach (2), Jakob Oehrl (1), Jonas Graef (1), Henrik Nocke (1),  Manuel Rademacher (1), Ole Vetterlein (1) und Luca Felter

Zur Erinnerung der alte Bericht vom 3. Spieltag:   SGÜ – TSVK

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