Mit großer Moral den 3. Sieg in Folge geholt!

Nach der zuletzt etwas dürftigen Vorstellung in Düsseldorf, die trotzdem erfolgreich abgeschlossen wurde, war man gespannt, wie sich die B-Jugend im ersten Heimspiel an der Klapperstr. nach langer Zeit schlagen würde. Obwohl in der Tabelle die 2. Mannschaft des Bergischen HC nur 2 Punkte vor unseren Jungs stand, konnte man beim Einspielen schon merken, dass unser Team an diesem Dienstag Abend einen ganz schweren Brocken vor der Brust hatte. Vor allem die Selbstsicherheit und Agilität, die das Team aus Solingen ausstrahlte, machte dem SGÜ-Anhang sorgen. Nur eine konzentrierte und abgeklärte Leistung aus einer sicheren Abwehr konnte hier  und heute der Schlüssel zum Erfolg sein, wenn der Gast sein schnelles Spiel zur Entfaltung bringen würde.

Vor zunächst ca. 50 Zuschauer ging die Begegnung ohne großes Abtasten wie erwartet los. Die SGÜ startete mit einem langsamen, aber sicheren Spielaufbau, um möglichst unsere wurfgewaltigen Halben in Szene zu setzen, der BHC2 versuchte mit schnellem Kreuzen eine Lücke in der Abwehrmitte zu reißen. So bestimmten in den Anfangsminuten hauptsächlich die Angriffsreihen das Geschehen, ohne dass sich ein Team mit mehr als einem Tor absetzen konnte. So langsam aber sicher stellte sich die Solinger Abwehr auf unsere Angriffsversuche ein und änderte die Taktik von einer 6:0- auf eine Art 3:3-Deckung um. Damit wurde der Raum für Salomo, Julius und Tom im Rückraum entsprechend enger und das sichere Anspielen schwieriger, so dass die bislang gut funktionierende Angriffsmaschine ins Stottern geriet. Der Gegner investierte zu diesem Zeitpunkt viel Kraft und Laufbereitschaft, um der SGÜ das Leben schwer zu machen und wurde bis zur 11. Minute mit einer 4:7-Führung belohnt, da die Angriffswellen der Solinger über das schnelle Passspiel fast immer ein gutes Zuspiel in Kreisnähe zu einem erfolgreichen Abschluss zustande brachten. Jetzt wurde es auf der Tribüne auf Überruhrer Seite unruhig, denn normalerweise versucht unser Team eine anwachsende Führung des Gegners durch schnelle, unkontrollierte Abschlüsse zu kompensieren, was bislang nie von Erfolg gekrönt war. Doch weit gefehlt! Die Essener ließen sich diesmal nicht zu einer schnellen Antwort verleiten und blieben ihrem Spiel des gezielten Abschlusses aus einem sicheren Aufbau treu. So entwickelte sich ein intensives und höchst unterhaltsames Match, das von beiden Seiten hart aber fair über ein 7:10 zu einem 10:13-Halbzeitstand führte. Die Führung des BHC war verdient, da diese zu diesem Zeitpunkt spielerisch den besseren Eindruck hinterlassen hatten. Die SGÜ hatte aber trotz des Rückstandes ebenfalls überzeugt, da sie stets dagegenhielt und nicht in Hektik verfiel. Seitens des SGÜ-Anhanges fragte man sich, wie lange der BHC2 das hohe Tempo halten konnte und ob die berüchtigte SGÜ-Schwächephase nach der Halbzeit auftreten würde.

Pierre schien in der Kabine die richtige Ansprache gefunden zu haben. Unsere B-Jugend machte da weiter, wo sie aufgehört hatte. Voll motiviert und vor allem konzentriert ging man an die Aufgabe ran, den Vorsprung zu verkürzen. Die Solinger ließen dagegen erste Schwächen erkennen, denn unsere Abwehr hatte sich auf den Abschluss durch die Mitte sehr gut eingestellt und wenn einer durchkam, vereitelte Max mit sehenswerten Paraden den möglichen Erfolg. Da der BHC zudem eine frühe 2-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam, war deren Sicherheit mit einem Mal verschwunden, so dass die SGÜ in der 32. Minute den viel umjubelten 14:14-Ausgleich vor mittlerweile ca. 80 Zuschauern schaffte! Die Bergischen erwiesen sich aber als würdiger Gegner und kamen ins Spiel durch eine Strafe gegen die SGÜ zurück, um mit 14:16 davonzuziehen. Als das Heimpublikum nun Übles für unser Team befürchtete, ereignete sich die erste Schlüsselszene des Matches. Pierre wies Salomo an, der auf links außen gewechselt war, 1:1-Situationen zu erzwingen. Dies setzte er trotz Unterzahl beim nächsten Angriff erfolgreich zum 15:16 um, wobei sein Gegenspieler noch eine Zeitstrafe kassierte und damit den aufkeimenden Angriffsschwung der Solinger zum Erliegen brachte. Euphorisiert durch die gelungene Aufholjagd wuchs das Team aus der Ruhrhalbinsel über sich hinaus und signalisierte dem Gegner, einen Kampf bis zum Schluss! Hier wieder ein Lob an die Bergischen, die den Kampf annahmen und ein für die Zuschauer höchst unterhaltsames und spannendes Spiel bis kurz vor Schluss mitgestalteten. Da die SGÜ jetzt endlich mehr mit den Außen spielte, konnten sowohl Salomo als auch Chris die Gunst der Stunde nutzen und sich gegen ihren jeweiligen Gegenspieler mit einem schnellen Antritt mehrfach durchsetzen. Der BHC musste die aggressive Deckung teils durch das breite Spiel der Essener, teils durch eigene Erschöpfung aufgeben, hielten aber immer noch mit dem Mute der Verzweiflung dagegen. In der 46. Minute beim Stand von 20:19 für die SGÜ war das Spiel auf Messers Schneide. Nun kam die zweite Schlüsselszene des Spiels, die den Bergischen das Genick brach. Durch ein schnelles Anspiel erhielt Jonas auf einmal auf Halbrechts viel Platz. Anstatt wie sonst üblich einen Gewaltwurf abzusetzen, entschied er sich wie viele Male erfolgreich zuvor seinen Gegenspieler auszuspielen, um den Abschluss am Kreis zu suchen. Sein Gegenüber wusste sich nicht anders als mit einem Foul zu helfen, verschuldete damit einen Siebenmeter, welches sicher eingenetzt wurde, und erhielt eine schmerzhafte Zeitstrafe dazu. Die Solinger versuchten nun in Unterzahl verzweifelt zum Abschluss zu kommen, was aber durch die überragende Essener Abwehr vereitelt wurde. Als dann Salomo in der letzten Minute die nächste Hinausstellung eines BHC-Akteurs erzwang, gab der Gegner beim Stand von 23:20 auf. Die letzte Minute wurde unter „Standing Ovations“ seitens des SGÜ-Anhanges zum Endstand von 24:20 sicher zu Ende gespielt.

Auch wenn die Jungs an diesem Abend verloren hätten, waren sich alle einig, dass die Einstellung und die Moral des Teams hervorragend waren und man nichts zu meckern gehabt hätte. Dass sich die Mannschaft endlich für ihre unermüdliche Arbeit selbst belohnt hat, sollte ihr klar machen, dass man selbst gegen spielerisch bessere Teams bestehen kann! Der Bergische HC wurde im wahrsten Sinne des Wortes in der 2. Halbzeit niedergerungen. Man behielt die Ruhe in den schwierigen Spielphasen, setzte die Anweisungen des Trainers gezielt um und schlug im richtigen Augenblick erfolgreich zu. „So eine hervorragende zweite Halbzeit habe ich bei den Jungs lange nicht mehr gesehen“, meinte Pierre nach Spielschluss. „ Alles, was wir zur Pause beschlossen hatten, wurde im Laufe des Spieles umgesetzt. Ich bin stolz auf die Jungs!“ Dem braucht man nichts hinzuzufügen. Obwohl viele der Ersatzspieler nicht zum Einsatz kamen, wurden die Feldspieler ohne Unterlass von diesen ein ums andere Mal angefeuert. Tolle Einstellung! Am Ende tat einem der Gegner ein bisschen Leid. Diese waren über weite Strecken ebenbürtig, in der 1. Hälfte sogar besser. Doch mit soviel Widerstand am Ende des Spiels hatten sie scheinbar nicht gerechnet bzw. hatten dem Siegeswillen der SGÜ nichts mehr entgegen zu setzen. Zu viel Kraft hatte die aufwendige Deckungsarbeit in der 1. Hälfte gekostet.

Im letzten OL-Hinrundenspiel am 20.12. um 15:30 Uhr in der SH „Lührmannwald“ gegen den ewigen Konkurrenten aus der Margarethenhöhe entscheidet es sich ob die SGÜ auf dem 9. oder vielleicht doch auf dem 6. Tabellenplatz überwintert. Aber Achtung! Die Spiele gegen den TuSEM haben immer ihre eigenen Gesetze und obwohl diese auf dem vorletzten Platz stehen, darf man sie auf keinen Fall unterschätzen. Für die Lokalderbys hatte der TuSEM immer eine unangenehme Überraschung für die SGÜ parat, die aber meistens durch eine geschlossene Mannschaftsleistung gemeistert wurde. Mit einem Sieg gegen den Dauerrivalen würde das Team mit einem ausgeglichenen Punktekonto die Hinrunde abschließen. Also heißt es wieder die gleiche Leistung abzurufen… viel Erfolg Jungs!

Es spielten: Max Heidrich (TW), Nils Waldrich (TW), Julius Steinhauer (9/1), Salomo Ortega-Sawal (5/1), Jonas Graef (4), Christopher Felsch (3),  Torben-Bo Enigk (2), Tom van der Heuvel (1), Manuel Rademacher, Henrik Nocke, Jesko Hünselar, Fredrik Camp, Tom Schiffbauer und Jakob Oerl

Bilder: Corina Simon

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