Klare Niederlage gegen den Oberligaprimus

mA-OL:   TSV Kaldenkirchen  –  SG Überruhr        26 : 20   (13 : 7)

Mit großen Erwartungen fuhr der Essener Tross zum Auswärtsspiel beim verlustpunktfreien Tabellenführer aus Kaldenkirchen, um ein neuerliches Kräftemessen am vergangenen Samstag gegen einen unglaublich kompakten Gegner zu initiieren. Aus der Hinrundenbegegenung war noch die Abwehrschlacht bis zur 40. Minute allgemein präsent und es war allen Akteuren bewusst, dass man schon einen guten Tag im Angriff brauchen würde um das Paradestück der Niederrheiner, die Abwehr, zu knacken. Es trafen somit die bis dato erfolgreichsten Mannschaften, bezogen auf das Tore erzielen und verhindern, in der SH „Hölle West“ im OL-Spitzenspiel aufeinander.

Ein Leistungsträger musste kurzfristig auf jeder Seite passen: Bei der SGÜ konnte leider Philipp Thomas nicht mehr rechtzeitig fit gemacht werden, beim TSV war Mathis Coenen nicht auf der Aufstellliste. Dafür überraschte Pierre Sieberin die zahlreichen Anwesenden mit der Nominierung der ehemaligen TuSEM-Spieler, Bastian Brill und David Crowther, sowie der Aufstellung unseres „Down Under“-Rückkehrers, Julius Steinhauer. Vom Papier her hatten die Essener eine schlagkräftige Truppe zum Niederrhein geschickt, die sich bei einem ausgeglichenen Spielverlauf durchaus eine Chance zum Sieg im Abschlussviertel erspielen konnte. Der TSV hatte aber auch seine Hausaufgaben gemacht, nahm unsere Truppe von der ersten Minute an sehr ernst und versuchte sofort unseren Jungs den Schneid abzukaufen. Dementsprechend hatte man zu Beginn des Spiels den Eindruck, dass der Gastgeber deutlich präsenter in der Abwehr war und die Spielzüge im Angriff flüssiger und vor allem kombinationsstärker zum erfolgreichen Abschluss ausgespielt wurden. Die Überruhrer mussten sich erst finden und erlaubten dem Gegner bis zur 5. Minute eine 3:1-Führung, um dann aber durch eine Durststrecke im Angriff einen deprimierenden 7:1-Rückstand in der 10. Minute hinzunehmen. Man muss der TSV einfach zugestehen, dass die Defensivleistung bis zu diesem Zeitpunkt überragend war. Mit dem plötzlichen Verschieben der Abwehrblöcke und das Erzeugen von kurzzeitigen Überzahlsituationen ohne Lücken aufzutun kamen unsere Jungs zunächst gar nicht klar. Und wenn einer mal durchkam, scheiterte man anschließend am Kaldenkirchener Torhüter oder am Torgebälk. Doch wie immer konnte man sich auf die größte SGÜ-Tugend verlassen, dem Kampfgeist! Man verzweifelte nicht, setzte die Vorgaben weiterhin um und versuchte den Torrausch der Niederrheiner durch rigorose Deckungsarbeit abzustellen. Und siehe da, der TSV-Motor geriet ins Stocken. Als dann noch eine Zeitstrafe gegen den Gastgeber ausgesprochen wurde, nutzten die Essener die Gunst der Stunde um in der 20. Minute auf 7:5 heranzukommen und den Gegner zu einer Auszeit zu bewegen. Diese war allerdings sehr erfolgreich, denn der Essener Spielfluss war auf einmal dahin. Bis zur 25. Minute neutralisierten sich beide Teams beim Stand von 10:7, als die erste Strafe gegen die SGÜ ausgesprochen wurde. Diese nutzte der Gastgeber konsequent zur 12:7-Führung und strotzte bis zum Ende der ersten Halbzeit auf einmal vor Selbstvertrauen, um mit 13:7 in die Pause zu gehen.

Pierre versuchte in der Halbzeitansprache noch einmal die Angriffsleistung zu optimieren. Die SGÜ-Abwehr funktionierte eigentlich ganz gut, aber vorne war es ungemein schwer einen erfolgreichen Abschluss hinzukriegen. Mit Beginn der 2. Hälfte warfen die Essener alles nach vorne, fanden aber in der Kaldenkirchener Defensive einfach ihren Meister. Jeder Torerfolg musste hart erkämpft werden und da der Gegner auch über einen gefährlichen Angriff verfügte, konnte man bis zur 40. Minute beim Stand von 16:10 den Abstand nicht verkürzen. Wie im Hinspiel diktierte der Tabellenführer unterschwellig das Spiel, so dass die Spielzüge möglichst in die Länge gezogen wurden, um den Essenern einen möglichen Lauf zu verwehren. Es war schon beeindruckend wie der Gastgeber die Kontrolle über die Uhr an sich riss. Eine weitere Auszeit der SGÜ, um nochmal einen schnellen „Lucky Punch“ zu versuchen, wurde vom Gegner zunächst souverän abgeschmettert. Aber auch die Niederrheinern mussten für die bis hierhin hochkonzentrierte und fokussierte Darbietung Tribut zahlen. Mit dem Mute der Verzweiflung kämpfte sich das A-Team bis zur 47. Minute auf 19:15 heran und zwangen den TSV zu einer weiteren Auszeit. Allerdings hatte die kleine Aufholjagd viel Kraft gekostet und irgendwie ahnte der SGÜ-Anhang, dass jetzt der TSV gegen müde wirkende Essener nach dem Sieg greifen würde. Als die SGÜ ab der 49. Minute drei zum Teil harte aufeinander folgende Zeitstrafen kassierte, nutzte Kaldenkirchen das Momentum und verwaltete eiskalt den 6-Tore-Vorsprung ohne großes Risiko eingehen zu müssen. Mit dem Tor vom überragenden Niederrheiner, Nils Coenen (8x), zum 24:17 in der 57. Minute war das Schicksal der SGÜ besiegelt. Trotzdem versuchte man nach wie vor das Ergebnis freundlicher zu gestalten, was mit dem Endstand von 26:20 ganz gut gelang.

Sicherlich hatte man allgemein mit diesem Kader mehr erwartet, als eine durchaus verdiente Niederlage beim Primus. Man muss aber dem Gegner zugestehen, dass dessen Abwehr mit einem stets gut aufgelegten Torwart ein schier unüberwindliches Bollwerk ist, wenn diese fokussiert und kompakt arbeitet. Und gegen unsere Jungs war diese am Samstag hochmotiviert! Dementsprechend ist es keine Schande gegen den ausgezeichneten Gastgeber in dessen Halle zu verlieren, der bei Heimspielen immer mindestens über 30 Tore warf. Untergegangen ist unser Team nicht! Vielmehr hat es über die gesamte Spielzeit seine Chance gesucht und den Gegner sofort bestraft, wenn dieser in der Konzentration nachließ. Wenn man was zu bemängeln hat, dann mal wieder die verschlafene Anfangsphase gegen eine erfahrene und abgezockte Mannschaft. Dem 6-Tore-Rückstand aus den ersten zehn Minuten ist man bis zum Spielschluss nachgelaufen. Jetzt gilt es den zweiten Tabellenplatz zurückzuerobern. Nachdem fast alle Teams aus der Spitzengruppe Federn gelassen haben, gibt es ein Pulk von 6 Mannschaften, die sich Hoffnungen auf die Vizemeisterschaft machen. Unter anderem unser kommender Gast aus Korschenbroich, der an diesem Sonntag, dem 04.02.18 um 15:00 Uhr, die Klingen mit uns kreuzt und der uns eine empfindliche Niederlage im Hinspiel beibrachte. Das A-Team würde sich über zahlreiche Unterstützung (bei annehmbaren Eintrittspreisen) sehr freuen.

Es spielten für die SGÜ: Nils Waldrich (TW), Jonas Graef (4), Julius Steinhauer (4),  David Crowther (3), Salomo Ortega-Sawal (3/1), Bastian Brill (2), Torben-Bo Enigk (2), Jesko Hünselar (1), Tom van der Heuvel (1), Luca Felter, Florian Brombach und Ole Vetterlein

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