A-Team verteidigt die OL-Tabellenführung mit Ach und Krach

mA-OL:     Bayer Uerdingen II  –  SG Überruhr        21 : 24   (7 : 8)

Am vergangenen Sonntag, dem 17.09.17, musste unsere männliche A-Jugend ihr erstes Auswärtsspiel der noch jungen Oberligasaison bei der Zweitvertretung von Bayer Uerdingen im schön gelegenen Covestro Sportpark bestreiten. Die Uerdinger hatten ihr erstes Spiel beim stark eingeschätzten TV Korschenbroich  nur mit 5 Toren verloren, so dass man vorgewarnt war, das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Während des Aufwärmens kam noch für einige SGÜ-Akteure die unangenehme Nachricht, dass man die Begegnung ohne Harz spielen würde. So wurde das Match pünktlich um 14:45 Uhr vor einer überschaubaren Zahl an Zuschauern angepfiffen, die wohl schon ahnten, dass an diesem Tag erstmal nur Magerkost serviert werden würde.

Zunächst waren beide Abwehrreihen Herr der Lage. Die angreifende Mannschaft zeigte wenig Elan in seinen Aktionen und verlegte sich erst einmal auf durchschaubare Spielzüge. Mit fortschreitender Zeit merkten die Essener, dass man diesen harmlosen Gegner ruhig mal aggressiver angehen könnte. Es eröffneten sich dann einige vielversprechende Angriffszüge, die aber größtenteils kläglich und fahrlässig abgeschlossen wurden. Diese zum Teil haarsträubenden Abschlussfehler allein auf das fehlende Haftmittel zurückzuführen, ist nicht nachzuvollziehen. Ein Spitzenteam muss sich der vorhandenen Lage anpassen und entsprechend agieren. So stand es bis zur 9. Minute nur 1:1! Von der großartigen Durchschlagskraft unserer Jungs aus den vergangenen Spielen war nicht viel zu sehen. Der SGÜ-Anhang zitterte bei jedem Angriffszug oder Tempogegenstoß, ob der Ball den Weg ins Tor finden würde, was meistens augenscheinlich nicht der Fall war und im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit selten genug geschah. Nebenher wurde aber auch der Gegner aufgebaut, der Morgenluft witterte und seine Chance kommen sah, als die SGÜ vor dem Krefelder Tor ein ums andere Mal an sich selbst, aber auch am gut aufgelegten Uerdinger Torwart scheiterte. So entwickelte sich ein ausgeglichenes aber zähes Spiel, das in der 17. Minute 4:5 für die Überruhrer stand. Acht Minuten und zwei verworfene Siebenmeter später hatten sich beide Mannschaften mit einem 7:7-Zwischenstand wieder um die Früchte ihrer Abwehrarbeit gebracht. In den letzten fünf Minuten wurden beide Abwehrreihen mangels Angriffsideen nicht mehr großartig gefordert, so dass man mit einer 7:8-Pausenführung für die SGÜ in die Kabine ging. Pierre bemerkte zur Pause korrekterweise, dass “die Abwehr ihre Arbeit ordentlich verrichtet hat, dafür der Angriff ziemlich holprig vonstattenging..!“

Zum Glück für die Zuschauer muss die Kabinenansprache auf beiden Seiten ziemlich eindrucksvoll gewesen sein, denn es sollte sich jetzt ein spannendes und hart umkämpftes Match ergeben. Die etwas lässige Art der Essener die Abschlüsse im Uerdinger Kasten unterzubringen war verflogen, dafür kam der Gegner aber hochmotiviert und zielstrebig aus der Pause. Ein klassisches Beispiel wie man einen Gegner durch das etwas pomadige Angriffsspiel aus der ersten Hälfte stark machen kann. Unsere Jungs sollten jedenfalls die Krefelder in der abschließenden Hälfte nicht mehr unter Kontrolle kriegen. Zudem verletzte sich Tom van der Heuvel, der einzige der in den ersten 30 Minuten Normalform erreichte, so schwer an der Hand, dass er nicht mehr in der 2. Halbzeit eingesetzt werden konnte. Dafür ging ein Ruck durch die Mannschaft, die zumindest im Angriff viel engagierter und effizienter an die Arbeit ging. Die Werksmannschaft stand aber unserem Team in nichts nach und hatte auch gute Ideen um unser Abwehrbollwerk um Torwart Nils Waldrich zu knacken. Bis zur 33. Minute blieb es bei einem 9:9 ausgeglichen, ehe die Krefelder eine kurze Schwäche unseres Teams nutzten um auf 11:9 davonzuziehen. Die Unsicherheit bei den Essenern war auf einmal spürbar. Früher wäre dies der Zeitpunkt des wilden kopflosen Anrennens gewesen. Doch weit gefehlt! Es wurde mehr in die Breite gespielt, um mehr Platz und 1-zu-1-Situationen zu erzwingen. Hierbei tat sich Fredrik Camp hervor, der nicht nur erfolgreich den Anschluss wieder schaffte, sondern auch bei einem darauffolgenden Tempogegenstoß, dem Gegner den Ball abluchste und den mittlerweile stark agierenden Philipp Thomas erfolgreich in Szene setzte. Es entwickelte sich ein dramatisches Match, in welches beide Abwehrreihen langsam aber sicher Probleme mit dem gegnerischen Angriff bekamen. Der Siegeswillen war bei beiden Teams deutlich zu spüren. Da es bislang keine Hinausstellungen gegeben hatte, war man sich auf der Tribüne eigentlich sicher, dass diese spielentscheidend sein würden. Doch wieder lag man falsch! Als Bayer die erste 2-Minutenstrafe kassierte, drehten diese so auf, dass sie in Führung gingen. Wieder behielt die SGÜ einen klaren Kopf und erkämpfte sich die 17:18-Führung in der 48. Minute durch zwei Tore über die Außen (Jesko und Fredrik) in Überzahl. Bis zur 54. Minute konnte man beim Stand von 20:20 keinen Sieger ausmachen. Pierre nahm seine letzte Auszeit, um die Jungs auf die letzten Minuten des mittlerweile nervenzehrenden Spiels einzustellen. Ein genialer Spielzug auf den auf einmal freistehenden Torben Enigk brachte die 20:21-Führung, welche beim Gegner Spuren hinterließ. Denn dieser agierte im Gegenzug ungewöhnlich überhastet und fand beim Abschluss in Max Heidrich seinen Meister, der mittlerweile Nils im Tor abgelöst hatte. Den schnell vorgetragenen Tempogegenstoß schloss Philipp trotz Foul zum 20:22-Zwischenstand erfolgreich ab. Zeitgleich kassierte sein Gegenspieler eine Zeitstrafe in der 56. Minute. Doch Uerdingen gab nicht auf und schaffte wieder in Unterzahl den Anschluss, wobei Fredrik sich eine Hinausstellung einhandelte und die Zitterpartie wieder von vorne losging. Bis zur 59. Minute neutralisierten beide Abwehrreihen mit einem gut aufgelegten Torwart die gegnerischen Angriffsbemühungen. Dann blitzte einmal kurz der Spielwitz bei der SGÜ auf und der Ball fand seinen Weg zum bestens postierten Torben, der nicht lange fackelte und spielentscheidend zum 21:23 einnetzte. Eine Auszeit der bedauernswerten Uerdinger half nicht mehr. Der Versuch schnell abzuschließen schlug fehl und mit der Schlusssirene besorgte Florian Brombach den 21:24-Endstand.

Die 1. Halbzeit kann man getrost unter der Rubrik „Abwehr hui, Angriff pfui“ abhaken. Selten sind die SGÜ-Akteure so lässig, ja lethargisch im Angriff aufgetreten. In der 2. Hälfte hat man sich zwar gefangen, aber der Schaden (Gegner aufgebaut) war bereits angerichtet. Die Uerdinger hätten aufgrund ihres Kampfgeistes sicherlich nicht unverdient ein Punkt mitnehmen können. Als diese Blut geleckt hatten, war es fast schon zu spät! Aber Respekt, unsere Jungs nahmen den Kampf an und obwohl sie mehrfach wackelten, haben sie das Spiel erfolgreich gestaltet und die Tabellenführung in der noch jungen Oberligasaison verteidigt. Leider kamen aufgrund des ungewissen Spielausganges einige Spieler nicht zum Einsatz. Dies sollten sich die Stammkräfte stets vor Augen halten, wenn sie das jeweilige Spiel nicht mit der nötigen Konzentration angehen. Gegen den TSV Kaldenkirchen, ungeschlagener Verfolger der SGÜ, wird diese Leistung am kommenden Wochenende nicht reichen. Sollte aber der alte Siegeswille aus der HVN-Qualifikation wieder ausgegraben werden, kann man sich am Samstag, dem 23.09. um 16:30 Uhr, auf ein Knallerspiel an der Klapperstr. gegen den momentan härtesten Konkurrenten um den 1. Platz freuen. Das A-Team freut sich, wie immer,  auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung.

Es spielten: Max Heidrich (TW), Nils Waldrich (TW), Philipp Thomas (7), Torben-Bo Enigk (5), Tom van der Heuvel (5), Fredrik Camp (3), Jesko Hünselar (3), Florian Brombach (1), Manuel Rademacher, Jakob Oehrl , Henrik Nocke und Ole Vetterlein

Bild: C. Simon

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